Weitere Wirkstoffe
Hier findest du allgemeine Informationen zu verschiedenen Wirkstoffen, die in der Hautpflege verwendet werden, sowie Hinweise zu deren Wirkweise, Anwendung und potenziellen Nutzen für die Haut.
Retinol (Vitamin A)
Retinol (Vitamin A) ist einer der bekanntesten Wirkstoffe in der Hautpflege, insbesondere zur Behandlung von Hautalterung. Es regt die Zellregeneration an, fördert die Kollagenproduktion und hilft, Falten, feine Linien und Pigmentflecken zu reduzieren. Retinol wird häufig in dermatologischen Behandlungen eingesetzt, um die Hautstruktur zu verbessern und Anzeichen der Hautalterung zu bekämpfen. Aufgrund seiner potenten Wirkung kann Retinol bei empfindlicher Haut jedoch auch Irritationen verursachen, weshalb eine schrittweise Einführung in die Pflegeroutine empfohlen wird.
Für detaillierte Informationen zur Wirkweise und Anwendung von Retinol verweise ich auf meinen Artikel über Retinoide, der sich eingehender mit diesem Wirkstoff und seiner Anwendung beschäftigt.
Niacinamid (Vitamin B3)
Niacinamid, auch bekannt als Nicotinamid, ist ein wasserlösliches Vitamin der B3-Gruppe und findet zunehmend Anwendung als Wirkstoff in der Hautpflege. Es wirkt entzündungshemmend, antimikrobiell, antioxidativ und hautberuhigend. Niacinamid wird häufig in kosmetischen und medizinischen Hautpflegeprodukten eingesetzt, um Hautprobleme wie Akne, Rosacea, Hyperpigmentierung und feine Falten unterstützend zu behandeln. Die wichtigsten Eigenschaften sind:
Entzündungshemmende Wirkung: Niacinamid hemmt die Freisetzung von entzündungsfördernden Stoffen, was besonders bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Akne und Rosacea hilfreich ist.
Sebostatische Wirkung: Es soll die Talgproduktion reduzieren und soll daher bei fettiger Haut und Akne vorteilhaft wirken.
Aufhellende Wirkung: Niacinamid kann die Übertragung von Melanosomen (Pigmentzellen) in die Haut hemmen, was zu einer Aufhellung von Hyperpigmentierungen führen kann.
Barrierefunktion: Es stärkt die Hautbarriere, indem es die Synthese von Ceramiden anregt, was zu einer verbesserten Feuchtigkeitsbindung und Hautschutz führt.
Klinische Studien deuten darauf hin, dass Niacinamid eine sichere und gut verträgliche Substanz für verschiedene Hautprobleme ist, obwohl die Evidenzbasis für seine Wirksamkeit noch weiter ausgebaut werden muss. Die oben genannten Eigenschaften machen es jedoch besonders für Menschen mit Akne, unreiner Haut oder Pigmentflecken interessant.
Viele Hautpflegeprodukte enthalten bereits Niacinamid, allerdings wird die genaue Menge oft nicht explizit angegeben. Um herauszufinden, wie viel Niacinamid tatsächlich enthalten ist, kann es hilfreich sein, die Angaben auf der Herstellerseite zu recherchieren oder direkt beim Hersteller nachzufragen. Erste Hinweise bietet die Position von Niacinamid in der Liste der Inhaltsstoffe: Je weiter vorne es aufgeführt ist, desto höher ist die Konzentration. In Fällen, in denen Niacinamid bereits in einer ausreichenden Menge enthalten ist, könnte ein zusätzliches Serum überflüssig sein. Ein spezielles konzentriertes Niacinamid-Produkt kann jedoch sinnvoll sein, wenn gezielt Hautprobleme wie Hyperpigmentierung oder unreine Haut behandelt werden sollen, da es in diesen Fällen eine intensivere Wirkung haben kann.
Quellen:
- Wohlrab, Johannes, and Daniela Kreft. “Niacinamide - mechanisms of action and its topical use in dermatology.” Skin pharmacology and physiology vol. 27,6 (2014): 311-5.
- Hakozaki, T et al. “The effect of niacinamide on reducing cutaneous pigmentation and suppression of melanosome transfer.” The British journal of dermatology vol. 147,1 (2002): 20-31.
Vitamin C
Biologische Funktion: Vitamin C erfüllt im Körper zahlreiche wichtige biologische Funktionen. Als starkes Antioxidans schützt es Zellen vor oxidativem Stress. Eine zentrale Rolle spielt es in der Kollagenbildung, indem es als Cofaktor für Enzyme die Hydroxylierung von Prolin und Lysin fördert. Dieser Prozess stabilisiert die Kollagenstruktur durch Quervernetzungen und unterstützt die Bildung von widerstandsfähigem, funktionsfähigem Kollagen. Vitamin C fördert darüber hinaus über die Kollagenbildung die Wundheilung, verbessert die Eisenaufnahme im Darm und trägt zur Regeneration anderer Antioxidantien wie Vitamin E bei.
Topisch angewandtes Vitamin C: Die Stabilität von Vitamin C in topischen Produkten ist ein zentrales Problem, da es besonders empfindlich auf Licht, Luft und Temperatur reagiert, was seine Wirksamkeit schnell verringern kann. Daher ist es entscheidend, auf Produkte zu achten, die stabile Vitamin-C-Derivate enthalten, in lichtundurchlässigen Verpackungen angeboten werden und möglichst wenig Luftkontakt zulassen. In einigen Formulierungen wird die Stabilität durch die Kombination mit anderen Antioxidantien, wie Vitamin E, weiter verbessert. Da insbesondere reines Vitamin C (L-Ascorbinsäure) jedoch sehr instabil ist und schnell an Wirksamkeit verliert, wurden verschiedene Derivate entwickelt, um die Stabilität zu verbessern und die Hautpenetration zu erhöhen. Diese Derivate, wie Magnesium-Ascorbyl-Phosphat (MAP) oder Ascorbyl-Tetraisopalmitat (VC-IP), bieten eine größere Haltbarkeit, aber ihre Wirksamkeit und ihr Eindringen in die tieferen Hautschichten sind nicht ausreichend belegt. Insgesamt gibt es zu diesen Alternativen bisher nur begrenzte und teils widersprüchliche Daten.
Obwohl Vitamin C dafür bekannt ist, die Kollagenproduktion zu unterstützen, ist es unwahrscheinlich, dass es bei topischer Anwendung tatsächlich tief genug in die Haut eindringt, um die Kollagensynthese merklich zu beeinflussen. Selbst bei einem tieferen Eindringen bleibt fraglich, ob der Effekt auf die Kollagenbildung messbar ist. In der Regel liefert eine ausgewogene Ernährung ausreichend Vitamin C, um die Kollagenbildung im Körper zu unterstützen. Falls jedoch eine zusätzliche Unterstützung gewünscht wird, könnte die systemische Aufnahme über Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel für diesen Punkt möglicherweise sinnvoller sein als die reine Anwendung auf der Haut.
Die topische Anwendung von Vitamin C spielt hauptsächlich eine Rolle als Antioxidans, das die Haut vor freien Radikalen schützen soll. Durch diese antioxidativen Eigenschaften kann Vitamin C möglicherweise einen positiven Effekt auf Hyperpigmentierungen und die Verzögerung der Hautalterung haben.
Fazit: Topisch angewendetes Vitamin C kann als unterstützendes Antioxidans sinnvoll sein, sollte jedoch nicht überbewertet werden. Seine Instabilität und der oft hohe Preis stabiler Formulierungen sind limitierende Faktoren. Es ersetzt keinesfalls den Sonnenschutz und bei empfindlicher Haut ist eine Verträglichkeitsprüfung ratsam. Priorität sollte auf einer guten Hautpflege, insbesondere auf einem wirksamen Sonnenschutz, liegen. Wenn diese Grundlagen erfüllt sind, kann Vitamin C einen zusätzlichen Schutzfaktor bieten, wobei der Effekt eher als ergänzend einzuschätzen ist.
Quellen:
- Enescu, Christina D et al. “A review of topical vitamin C derivatives and their efficacy.” Journal of cosmetic dermatology vol. 21,6 (2022): 2349-2359
- Pullar, Juliet M et al. “The Roles of Vitamin C in Skin Health.” Nutrients vol. 9,8 866. 12 Aug. 2017
Hyaluronsäure
Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil der Hautpflege und der ästhetischen Dermatologie, sowohl in topischer als auch in injizierbarer Form. In Cremes und Seren angewendet, wirkt Hyaluronsäure vor allem feuchtigkeitsspendend. Der feuchtigkeitsspendende Effekt ist in der Regel nur kurzfristig und hält oft nur wenige Stunden an. Langfristig wird durch die topische Anwendung keine direkte Tiefenwirkung erzielt. Sie stärkt jedoch die Hautbarriere und kann so wie jede andere Feuchtigkeitscreme indirekt positive Effekte haben, da die Haut für den Moment besser gepflegt und in einem gewissen Maße geschützt ist.
Bei den injizierbaren Fillern hingegen wird quervernetzte Hyaluronsäure verwendet, um Volumen aufzubauen, z. B. in Wangen, Lippen oder Nasolabialfalten. Diese Art von Hyaluronsäure bietet strukturelle Unterstützung und füllt Falten auf. Die Wirkungsdauer von Fillern wird oft mit etwa einem Jahr angegeben, was sich aber wahrscheinlich nur auf den ästhetischen Effekt bezieht, also wohlgeformte Lippen oder Wangen. Es ist wahrscheinlich, dass die meisten Filler nach einem Jahr noch nicht vollständig vom Körper abgebaut und ausgeschieden sind, sondern mindestens teilweise noch im Gewebe verbleiben.
Salicylsäure (BHA)
Salicylsäure ist ein bewährter Wirkstoff, der vor allem für seine exfolierenden Eigenschaften bekannt ist. Als Beta-Hydroxysäure (BHA) ist sie besonders gut geeignet, um überschüssigen Talg und abgestorbene Hautzellen zu entfernen. Diese Wirkung macht sie nützlich bei der Behandlung von unreiner Haut und Akne.
Ein besonderer Vorteil von Salicylsäure im Vergleich zu Alpha-Hydroxysäuren (AHA) wie Glykolsäure liegt in ihren lipophilen Eigenschaften. Das bedeutet, dass Salicylsäure fettlöslich ist und im Gegensatz zu wasserlöslichen AHAs besser in die Haarfollikel eindringen kann, wo sich oft überschüssiges Fett und abgestorbene Hautzellen ansammeln. Diese Fähigkeit macht Salicylsäure besonders wirksam bei fettiger Haut und zu Akne neigender Haut, da sie in die fettigen Poren vordringen und Verstopfungen gezielt lösen kann.
Neben ihrer Hauptwirkung als Peelingmittel wird Salicylsäure auch zur Behandlung von verhornter Haut eingesetzt, etwa bei Schuppenflechte, Warzen oder Schwielen, da sie die obersten Hautschichten sanft ablöst.
Obwohl Salicylsäure viele Vorteile bietet, können bei empfindlicher Haut Trockenheit und Hautirritationen auftreten, insbesondere bei übermäßiger oder zu häufiger Anwendung. Es wird daher empfohlen, Salicylsäure langsam in die Hautpflegeroutine zu integrieren und auf die Hautreaktionen zu achten. Insgesamt ist Salicylsäure jedoch ein nützlicher Wirkstoff, um das Hautbild zu verbessern, Unreinheiten zu reduzieren und Verhornungen abzutragen.
Alpha-Hydroxysäuren (AHAs)
Alpha-Hydroxysäuren (AHAs) sind eine Gruppe von Fruchtsäuren, die in der Hautpflege häufig verwendet werden, um die Hautoberfläche zu exfolieren und das Hautbild zu verbessern. Die bekanntesten AHAs sind Glykolsäure, Milchsäure und Mandelsäure. Diese Säuren wirken, indem sie die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen auflösen.
AHAs sind nützlich bei der Behandlung von Hyperpigmentierungen, feinen Linien, Fältchen und ungleichmäßiger Hautstruktur. Da sie wasserlöslich sind, wirken sie vor allem an der Hautoberfläche und sind ideal für trockene und sonnengeschädigte Haut.
Allerdings können AHAs bei empfindlicher Haut Reizungen wie Rötungen oder Trockenheit verursachen. Deshalb ist es wichtig, mit niedrigeren Konzentrationen zu beginnen und sich langsam heranzutasten. Da AHAs die Haut lichtempfindlicher machen können, ist der tägliche Sonnenschutz während der Anwendung empfohlen.
In der dermatologischen Praxis werden stärkere AHAs und andere Säuren für tiefere Peelings eingesetzt, um intensivere Hautprobleme wie tiefe Falten, Aknenarben oder Hyperpigmentierungen zu behandeln. Besonders Glykolsäure und Trichloressigsäure (TCA) werden für diese Zwecke verwendet. Diese Säuren dringen tiefer in die Haut ein und bewirken eine stärkere Exfoliation, die zu einer umfassenderen Hauterneuerung führt.
Solche chemischen Peelings werden häufig unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt, da die Haut nach der Behandlung eine intensivere Heilung durchläuft und es zu vorübergehenden Rötungen und Schälungen kommen kann. Diese Verfahren erfordern eine genaue Nachsorge und den konsequenten Einsatz von Sonnenschutz, da die Haut nach dem Peeling besonders empfindlich auf UV-Strahlen reagiert. Die Ergebnisse sind oft deutlich sichtbarer, erfordern jedoch eine professionelle Handhabung.
Zusammengefasst sind AHAs vielseitige Peeling-Wirkstoffe, die das Hautbild verfeinern und den Teint aufhellen können, aber sie sollten mit Bedacht und in Kombination mit Sonnenschutz verwendet werden.
Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel
Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel wird oft beworben, um Haut, Haare, Nägel und Gelenke zu stärken. Es ist jedoch ein Missverständnis zu glauben, dass Kollagen, wie es eingenommen wird, unversehrt über den Magen oder Darm in den Körper gelangt und direkt in der Haut landet. Kollagen wird im Verdauungstrakt in seine einzelnen Aminosäuren aufgespalten. Die Vorstellung, dass es als Ganzes im Körper ankommt und speziell in der Haut wieder eingebaut wird, ist daher ausgeschlossen. Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel wird meist in Form von Kollagenhydrolysat angeboten, also bereits in kleinere Fragmente aufgespaltenes Kollagen, das leichter vom Körper aufgenommen werden kann.
Ein möglicher Nutzen könnte darin liegen, dass die für die Kollagenproduktion besonders wichtigen Aminosäuren wie Glycin, Prolin und Lysin in hohen Mengen zugeführt werden. Diese Aminosäuren sind zentral für die Kollagensynthese, weshalb eine gezielte Zufuhr theoretisch hilfreich sein könnte. Ob die reine Aufnahme dieser Aminosäuren jedoch tatsächlich die Kollagensynthese im Körper erhöht, ist unklar.
Man könnte das mit der Diskussion um BCAAs (verzweigtkettige Aminosäuren) im Muskelaufbau vergleichen. Zwar sind BCAAs essenziell für den Muskelaufbau, aber ob sie in isolierter Form einen zusätzlichen Nutzen bieten, wenn bereits ausreichend Aminosäuren, einschließlich verzweigtkettiger Aminosäuren, über die Ernährung zugeführt werden, ist fraglich. Wie viel Eiweiß als „ausreichend“ gilt, hängt von den individuellen Zielen ab. Ähnlich könnte Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel letztlich nur eine teure Eiweißquelle darstellen. Der Bedarf an Glycin, Prolin und Lysin, den der Körper für die Kollagensynthese benötigt, sollte bei einer eiweißreichen Ernährung in der Regel bereits mehr als gedeckt sein.
Datenlage: Die Datenlage zur oralen Kollagensupplementation zeigt gemischte Ergebnisse. Einige Studien deuten darauf hin, dass hydrolysiertes Kollagen positive Effekte auf Hautelastizität und -feuchtigkeit innerhalb weniger Wochen haben kann. Allerdings gibt es Einschränkungen, besonders im Vergleich mit Placebo-Gruppen, die meist nur Glukose erhalten. Eine zentrale Frage bleibt dabei unbeantwortet: Ist Kollagensubstitution tatsächlich besser als eine "reguläre" Eiweißzufuhr? Diese Studien liefern hierzu keine Antworten.
Fazit: Die zeitweise Einnahme von Kollagen könnte in bestimmten Situationen sinnvoll sein, beispielsweise nach dermatologischen Behandlungen wie fraktionierter Lasertherapie oder Needling, die die Kollagenproduktion anregen. Auch zur Unterstützung von Heilungsprozessen, etwa nach orthopädischen Operationen, ist eine Substitution denkbar. In diesen Fällen könnte eine zusätzliche Versorgung mit den Kollagenbausteinen Glycin, Prolin und Lysin die Heilung bzw. Kollagensynthese unterstützen.
In Bezug auf die Hautqualität ist die Wirkung von Kollagen eher moderat. Viele Studien zeigen eine Verbesserung der Hautelastizität und -feuchtigkeit, aber diese Effekte sind meist nicht dramatisch. Für eine dauerhafte, über Jahre anhaltende Substitution halte ich Kollagen jedoch für zu teuer, da die Effekte wahrscheinlich marginal sind. Letztlich bleibt für mich die pragmatische Frage unbeantwortet, ob eine spezifische Kollagensupplementierung tatsächlich sinnvoller ist als eine allgemein eiweißreiche Ernährung.
Quellen:
- Proksch, E et al. “Oral supplementation of specific collagen peptides has beneficial effects on human skin physiology: a double-blind, placebo-controlled study.” Skin pharmacology and physiology
- Pu, Szu-Yu et al. “Effects of Oral Collagen for Skin Anti-Aging: A Systematic Review and Meta-Analysis.” Nutrients vol. 15,9 2080. 26 Apr. 2023
- Jhawar, Nikita et al. “Oral collagen supplementation for skin aging: A fad or the future?.” Journal of cosmetic dermatology vol. 19,4 (2020): 910-912.
Peptide
Peptide sind kein einzelner Wirkstoff, sondern eine riesige Gruppe von Molekülen mit vielfältigen Funktionen, wobei die Limitationen in der Aufnahme über die Haut wahrscheinlich fast alle Peptide betreffen.
Peptide sind im Körper äußerst vielfältige Moleküle, die eine große Anzahl von Funktionen erfüllen. Chemisch betrachtet bestehen sie aus Aminosäuren, die zu Ketten verbunden sind. Wenn zwei oder mehrere Aminosäuren zusammengebunden werden, spricht man von Peptiden; bei längeren Ketten von Proteinen. Peptide bilden eine riesige und vielfältige Gruppe, die im Körper unterschiedliche Rollen spielen kann. Viele Peptide dienen oft als Botenstoffe, die Signale zwischen Zellen übertragen und so eine Vielzahl biologischer Prozesse regulieren, von der Hormonsteuerung bis zur Immunabwehr. Ein Beispiel für ein extern zugeführtes Peptid ist Semaglutid (bekannt als Ozempic®), das als modifiziertes Peptid zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen ist. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass nicht jedes Peptid automatisch eine bestimmte Funktion im Körper hat. Die Wirkung eines Peptids hängt stark von seiner Aminosäurenzusammensetzung ab. Nur bestimmte Peptide können als Botenstoffe oder Regulatoren agieren, während andere keine spezifische Wirkung aufweisen.
In der Kosmetik werden Peptide häufig als zusätzliche Wirkstoffe in Cremes und Seren eingesetzt, um die Haut zu straffen, Falten zu reduzieren und die Kollagenproduktion zu stimulieren. Da Peptide im Körper eine wichtige Rolle bei der Zellkommunikation und der Steuerung biologischer Prozesse spielen, liegt die Idee nahe, sie auch in der Hautpflege zu nutzen, um ähnliche regenerative Effekte zu erzielen.
Allerdings gibt es hier wichtige Limitationen. Ein zentrales Problem ist, dass Peptide oft nicht tief genug in die Haut eindringen können, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Die Hautbarriere verhindert, dass größere Moleküle, wie Peptide, einfach absorbiert werden. Es bleibt daher fraglich, ob topisch aufgetragene Peptide in ausreichender Menge die tieferen Hautschichten erreichen, wo sie theoretisch ihre Effekte anregen könnten.
Zudem gibt es keine universelle Wirkung von Peptiden in der Hautpflege, da die Effekte stark von der Aminosäurenzusammensetzung des jeweiligen Peptids abhängen. Nicht jedes Peptid hat eine regenerative oder straffende Wirkung. Die tatsächlichen Effekte von kosmetisch eingesetzten Peptiden werden daher oft überschätzt, und die Evidenz aus klinischen Studien ist begrenzt.