Akne
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Was ist Akne?
- Ursachen und Entstehung
- Einfluss von Hormonen
- Einfluss der Ernährung
- Weitere Einflussfaktoren
- Therapiemöglichkeiten
- Aknenarben
- Alltagstipps zur Aknebehandlung
- Quellen
Einleitung
Akne vulgaris (die "gewöhnliche Akne") und unreine Haut betreffen vor allem jüngere Menschen, können jedoch in jedem Alter auftreten. Insbesondere bei Frauen kann Akne häufiger und über einen längeren Zeitraum als bei Männern persistieren. Die Erkrankung entsteht durch eine Kombination aus übermäßiger Talgproduktion, verstopften Talgdrüsen, bakterieller Besiedelung und Entzündungen. Auf dieser Seite findest du umfassende Informationen zur Biologie der Haut, zur Entstehung von Akne sowie zu den Faktoren, die die Erkrankung beeinflussen, wie Hormone, Ernährung und Umwelteinflüsse. Zudem werden verschiedene Therapiemöglichkeiten vorgestellt, um Akne zu behandeln und das Hautbild langfristig zu verbessern. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis der Krankheit und ihrer Behandlung zu vermitteln.
Was ist Akne?
Akne vulgaris ist eine Hauterkrankung, bei der es durch übermäßige Talgproduktion, verstopfte Talgdrüsen, bakterieller Besiedlung und Entzündungen zu Komedonen, Papeln, Pusteln und Nodi kommt.
Was sind Mitesser (Komedonen)?
Komedonen sind kleine Verstopfungen in den Poren der Haut und stellen die ersten Anzeichen von Akne dar. Sie entstehen, wenn sich abgestorbene Hautzellen (Korneozyten) und Sebum (Talg) in einem Haarfollikel ansammeln. Ein Haarfollikel ist eine winzige Struktur in der Haut, in der das Haar sitzt und an die eine Talgdrüse angeschlossen ist, die Sebum produziert.
Der Prozess beginnt mit einem Mikrokomedo, einer winzigen Verstopfung, die mit bloßem Auge noch nicht sichtbar ist. Mit der Zeit kann sich daraus ein geschlossener Komedo (Whitehead) entwickeln. Geschlossene Komedonen entzünden sich leichter und führen zu Pickeln. Wenn sich die Pore weitet, entsteht ein offener Komedo (Blackhead). Die dunkle Farbe des Blackheads wird nicht, wie oft angenommen, durch Oxidation verursacht, sondern durch Melanin im Talg. Offene Komedonen sind stabiler und können oft über längere Zeit bestehen, ohne sich zu entzünden.
Wichtig zu wissen ist, dass jeder entzündliche Pickel als Komedo beginnt. Der erste Schritt ist also immer eine gewisse Verstopfung der Pore, die dann zur Entzündung führen kann. Komedonen treten besonders häufig in Bereichen wie dem Gesicht auf, wo die Haut viel Talg produziert.
Was sind Papeln, Pusteln und Nodi?
Im Kontext der Akne gibt es verschiedene Arten von Hautveränderungen, die sich aufgrund von Entzündungen entwickeln:
Papeln: Eine Papel ist ein kleiner, fester, erhabener Hautknoten, der durch eine Entzündung im Haarfollikel entsteht. Sie ist typischerweise rot und ohne Eiter gefüllt. Papeln fühlen sich oft hart an und können empfindlich sein.
Pusteln: Eine Pustel ist eine entzündliche Hautveränderung, die mit Eiter gefüllt ist. Sie ist die Weiterentwicklung einer Papel und entsteht, wenn sich weiße Blutkörperchen im betroffenen Bereich ansammeln, um die Entzündung zu bekämpfen. Pusteln sind rot und haben in der Mitte eine sichtbare weiße oder gelbliche Spitze.
Nodi (Knoten): Ein Nodus ist ein tiefer, entzündlicher Knoten unter der Haut, der oft schmerzhaft ist. Nodi sind größer und härter als Papeln und Pusteln und können unbehandelt zu Narben führen. Sie entstehen, wenn die Entzündung tief in die Haut eindringt und eine größere Entzündungsreaktion verursacht.
Was sind die schwarzen Punkte auf der Nase?
Talgfilamente (sebaceous filaments) sind normal und transportieren den Talg aus den Poren an die Hautoberfläche. Sie erscheinen besonders auf der Nase als weißliche oder schwärzliche Punkte. Anders als Komedonen sind sie keine Verstopfungen, sondern erweiterte Poren, die Talg, Bakterien und abgestorbene Hautzellen enthalten.
Therapeutisch lassen sich Talgfilamente nur vorübergehend reduzieren. Einige Ansätze sind:
1. Reinigung: Regelmäßige Hautreinigung mit milden Reinigern kann helfen, überschüssigen Talg zu entfernen und die Sichtbarkeit der Filamente zu verringern.
2. Salicylsäure: Diese Beta-Hydroxysäure dringt in die Poren ein und löst Talg und abgestorbene Hautzellen, was die Filamente weniger auffällig macht.
3. Retinoide: Topische Retinoide fördern die Hauterneuerung und können langfristig die Porengröße verkleinern, wodurch auch die Talgfilamente kleiner werden. Sie beeinflussen jedoch nicht die Talgproduktion selbst.
4. Professionelle Behandlungen: Chemische Peelings, Lasertherapien oder Microdermabrasion können tiefere Hautschichten erreichen und das Erscheinungsbild der Filamente deutlich reduzieren.
Talgfilamente sind ein normaler Bestandteil der Haut, weshalb sie sich nicht vollständig entfernen lassen. Ziel der Behandlungen ist es, das Erscheinungsbild zu verbessern.
Ursache und Entstehung
Die Pathogenese (Entstehung) der Akne umfasst eine Kombination aus übermäßiger Talgproduktion, Verstopfung der Haarfollikel, bakterieller Besiedelung und einer nachfolgenden Entzündungsreaktion, die zur Bildung von Komedonen und entzündlichen Hautveränderungen führt.
Pathogenese der Akne: Schematische Darstellung der vier Hauptfaktoren.
- Überproduktion von Talg: führt zu Entzündung, Verstopfung der Follikel und Veränderungen des Mikrobioms
- Verhornungsstörung: abgestorbene Hautzellen blockieren den Talgfollikel.
- Veränderung des Mikrobioms: Cutibacterium acnes und anderen Bakterien fördern die Entstehung von Entzündungen.
- Überschießende Entzündungsreaktion: Das Immunsystem reagiert übermäßig auf die Veränderungen, was zu Rötungen, Schwellungen und Eiterbildung führt.
Auslösende Faktoren: IGF-1 und Androgene stimulieren die Überproduktion von Talg.
- Überproduktion von Talg ist der Hauptfaktor bei der Entstehung von Akne.
- Androgene und Insulin/IGF-1 sind die beiden wichtigsten körpereigenen Faktoren, die diese Überproduktion stimulieren.
Entstehung in den Talgfollikeln von Gesicht und Körper
Akne vulgaris, die häufigste Form von Akne, entsteht in den Talgfollikeln, kleinen Hautstrukturen, die das Haar umgeben und in die die Talgdrüsen münden. Diese Follikel haben außergewöhnlich große, mehrlappige Drüsen und tiefe Follikelkanäle. In diesen tiefen Kanälen sammelt sich Sebum, das zusammen mit abgestorbenen Hautzellen und Bakterien zur Entstehung von Komedonen und entzündlichen Läsionen führt. Diese Follikel befinden sich in akneanfälligen Bereichen wie dem Gesicht und den oberen Körperregionen, was die typische Verteilung von Akne erklärt. Während der Pubertät nehmen die Größe und Aktivität der Drüsen zu, was die Entstehung von Akne in dieser Phase begünstigt. Die Drüsen produzieren vor allem Triacylglycerole, Wachsester und Squalen.
Im Gegensatz zur Akne vulgaris, die die Talgfollikel betrifft, betrifft Akne inversa die Terminalhaarfollikel, die an anderen Körperstellen lokalisiert sind. Die Anatomie der Talgfollikel ist daher entscheidend für das Verständnis von Akne vulgaris und deren typische Verteilung auf Gesicht und bestimmte Körperregionen.
Pathogenese: wie Akne entsteht
Kurz und knapp
Akne entsteht durch eine Überproduktion von Talg (Sebum), die durch Hormone wie Androgene und IGF-1 angeregt wird, vor allem während der Pubertät. Dieser überschüssige Talg, zusammen mit abgestorbenen Hautzellen, verstopft die Poren und führt zur Bildung von Mitessern (Komedonen). Das Sebum enthält zudem entzündungsfördernde Fettsäuren, die die Entzündungsreaktion in der Haut verstärken. Cutibacterium acnes, ein Bakterium, das natürlicherweise auf der Haut lebt, verändert seine Eigenschaften und produziert Stoffe, die die Entzündung weiter fördern.
Die wichtigsten Ursachen der Akne sind also:
1. Talgüberschuss,
2. Verstopfte Poren durch Hautzellen,
3. Überschießende Entzündungsreaktion
4. Veränderte Bakterien, die die Entzündung verstärken.
Diese Faktoren führen gemeinsam zu den typischen Pickeln und Entzündungen der Akne.
Ausführlicher
Akne vulgaris entsteht durch eine Kombination mehrerer Faktoren, die die Talgfollikel betreffen. Der erste Schritt ist die Überproduktion von Talg (Sebum), die durch hormonelle Einflüsse wie Androgene und Insulin-like Growth Factor-1 (IGF-1) stimuliert wird. Der Sebumüberschuss in Kombination mit einer veränderten Fettsäurezusammensetzung treibt die Komedonenbildung und sebofollikuläre Entzündung voran.
Die Sebumproduktion und die Umwandlung der Fettsäuren werden durch den Transkriptionsfaktor SREBP1c gesteuert, der von IGF-1, dem mTORC1-Signalweg und Androgenen reguliert wird. Besonders in der Pubertät, verstärkt durch die westliche Ernährung, erhöht sich die IGF-1/mTORC1- und Androgensignalisierung, was die Talgproduktion weiter steigert.
Zusätzlich führt eine Verhornungsstörung (Hyperkeratose) zu blockierten Poren und der Bildung von Komedonen. Das Sebum von Aknepatienten enthält mehr freie Fettsäuren, die entzündungsfördernde (proinflammatorische) Eigenschaften haben und die Haut anfälliger machen.
Entgegen der Annahme, dass Aknepatienten mehr Cutibacterium acnes tragen, zeigen Studien, dass sie tatsächlich weniger davon aufweisen. Akne entsteht vielmehr durch eine Veränderung in der Mikrobiomzusammensetzung und der C. acnes-Stämme, was die Virulenzfaktoren des Bakteriums verstärkt. Diese Bakterien bilden Biofilme, die zur Resistenz und verstärkten Komodogenese beitragen.
Freie Fettsäuren im Sebum, die durch C. acnes-Lipasen freigesetzt werden, stören die Barrierefunktion des Follikels, was entzündungsfördernde Sebumlipide in die Dermis eindringen lässt. Diese Fettsäuren aktivieren das NLRP3-Inflammasom, was die Produktion von Interleukin-1β (IL-1β) fördert. IGF-1 stimuliert zusätzlich die Produktion von IL-1β in den Talgdrüsenzellen, was die Anziehung von Entzündungszellen wie Neutrophilen begünstigt.
Zusammengefasst wird die Pathogenese der Akne durch vier Hauptfaktoren bestimmt:
1. Erhöhte Sebumproduktion mit veränderter Lipidzusammensetzung,
2. Verhornungsstörungen der Haut, die zu Komedonen führen,
3. Aktivierung des Inflammasoms, die entzündliche Zellen in die Umgebung der Follikel zieht.
4 Veränderungen im Mikrobiom von C. acnes
Diese Faktoren sind eng miteinander verknüpft, wobei die Veränderungen im Sebum den Ausgangspunkt bilden und alle weiteren Prozesse auslösen.
Ursächliche Faktoren
Kurz und knapp: Akne entsteht vor allem durch die übermäßige Produktion von Talg, die durch Androgene (wie Testosteron) und IGF-1 (Insulin-like Growth Factor-1) angeregt wird. Androgene erhöhen die Aktivität der Talgdrüsen, während IGF-1 die Produktion von Androgenen und das Zellwachstum in den Drüsen verstärkt.
Ausführlicher: Akne wird vor allem durch eine Überproduktion von Talg (Sebum) ausgelöst, die oft durch hormonelle Veränderungen, insbesondere Androgene wie Testosteron, verstärkt wird. Die Talgdrüsen produzieren unter dem Einfluss von Hormonen vermehrt Sebum, das in den Haarfollikeln eingeschlossen wird. Insbesondere Insulin-like Growth Factor-1 (IGF-1) spielt hier eine zentrale Rolle. IGF-1 fördert sowohl die Synthese von Androgenen als auch die Umwandlung von Testosteron in das potente Dihydrotestosteron (DHT), was die Aktivität der Talgdrüsen weiter steigert. Darüber hinaus aktiviert IGF-1 die Signalwege von PI3K-AKT-mTORC1, die in der Regulation des Zellwachstums und der Lipidproduktion eine Schlüsselrolle spielen. Durch diese Signale wird der Transkriptionsfaktor SREBP1c stimuliert, der die Produktion von Sebumlipiden wie Triacylglycerolen und Squalen erhöht. Dies führt zu einer Überproduktion von Talg und einer veränderten Zusammensetzung des Sebums, was die Entstehung von Akne begünstigt.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Rolle des mTORC1-Signalwegs, der durch Insulin und IGF-1 aktiviert wird und das Wachstum und die Differenzierung der Talgdrüsenzellen stimuliert.
Zusätzlich tragen Veränderungen in der Zusammensetzung des Sebums zur Bildung von Komedonen bei. Das Sebum von Aknepatienten enthält höhere Mengen an ungesättigten Fettsäuren wie Sapieninsäure und Oleinsäure, die eine entzündungsfördernde Wirkung haben und die Keratinisierung der Hautzellen stören.
Einfluss von Hormonen
Hormone spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Akne, da sie die Talgproduktion stimulieren und somit zur Verstopfung der Poren und zur Bildung von Entzündungen beitragen.
Welche Hormone spielen eine Rolle?
Hormone spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Verschlimmerung von Akne. Insbesondere Sexualhormone und Insulin/Insulin-like Growth Factor (IGF) sind entscheidend für die Regulation der Talgdrüsen und den Entzündungsprozess der Haut. Diese hormonellen Einflüsse erklären, warum Akne oft während der Pubertät, aber auch in anderen hormonellen Umstellungsphasen wie dem Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder den Wechseljahren auftritt.
Androgene
Die Androgene, eine Gruppe von Sexualhormonen, spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Akne. Dazu gehören Hormone wie Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT). Androgene wirken auf die Talgdrüsen, indem sie deren Aktivität und Größe erhöhen. Dadurch wird mehr Talg (Sebum) produziert, was zur Verstopfung der Poren führen kann.
• Testosteron: Während der Pubertät steigt die Produktion von Testosteron bei beiden Geschlechtern, was die Talgdrüsen vergrößert und die Talgproduktion stimuliert. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Akne während der Pubertät häufig auftritt. Ein Überschuss an Testosteron oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber diesem Hormon kann auch im Erwachsenenalter Akne auslösen.
• Dihydrotestosteron (DHT): Ein besonders potentes Androgen, das aus Testosteron umgewandelt wird, ist ebenfalls stark an der Stimulation der Talgdrüsen beteiligt. Hohe DHT-Werte oder eine erhöhte Sensitivität der Haut auf DHT können die Talgproduktion verstärken und das Risiko für Akne erhöhen.
Weibliche Sexualhormone (Östrogen und Progesteron)
Während Androgene die Hauptverursacher von Akne sind, haben weibliche Sexualhormone wie Östrogen und Progesteron eine regulierende Funktion.
• Östrogen: Östrogene wirken im Allgemeinen antiandrogen, indem sie die Wirkung der Androgene auf die Talgdrüsen abschwächen. Hormonelle Verhütungsmittel, die Östrogene enthalten, können daher oft helfen, Akne zu reduzieren.
• Progesteron: Progesteron, das während des Menstruationszyklus schwankt, kann hingegen eine pro-androgene Wirkung haben, insbesondere in der zweiten Zyklushälfte. Dies ist oft der Grund, warum Frauen kurz vor ihrer Periode einen Akneschub erleben. Progesteron kann die Talgproduktion indirekt ankurbeln und zu einer Verengung der Poren führen, was das Risiko für Verstopfungen und Entzündungen erhöht.
Insulin und Insulin-like Growth Factor (IGF-1)
Neben den Sexualhormonen spielt auch Insulin eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Akne. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert, während Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1) eng mit dem Wachstum und der Zellreparatur verbunden ist.
• Insulin: Ein hoher Insulinspiegel, oft verursacht durch eine Ernährung mit hohem Zuckergehalt oder raffinierten Kohlenhydraten, kann die Androgenproduktion steigern und gleichzeitig den IGF-1-Spiegel erhöhen. Insulin wirkt indirekt auf die Talgdrüsen, indem es die Produktion von Androgenen in den Eierstöcken oder Hoden stimuliert. Dies führt zu einer erhöhten Talgproduktion und damit zu einem höheren Risiko für Akne.
• IGF-1: IGF-1 verstärkt die Wirkung von Androgenen auf die Haut, insbesondere auf die Talgdrüsen. Es fördert die Zellproliferation und Talgproduktion, was die Wahrscheinlichkeit von verstopften Poren und Entzündungen erhöht. Studien zeigen, dass Personen mit hohen IGF-1-Spiegeln oft stärker unter Akne leiden, was erklärt, warum Akne auch in Phasen erhöhten Wachstums wie der Pubertät häufiger vorkommt. IGF-1 kann durch den Verzehr von Milchprodukten und eine kohlenhydratreiche Ernährung ebenfalls steigen, was den Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne verdeutlicht.
Fazit
Hormone, insbesondere Androgene und Insulin/IGF-1, haben einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung von Akne, indem sie die Talgproduktion erhöhen und Entzündungen in den Talgdrüsen fördern. Hormonelle Veränderungen im Körper, ob durch den natürlichen Zyklus oder durch äußere Faktoren wie Ernährung, beeinflussen daher maßgeblich das Hautbild und können Akne auslösen oder verschlimmern.
Was ist "hormonelle Akne"?
Hormonelle Akne ist kein klar definierter medizinischer Begriff, da Akne immer durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch von hormoneller Akne gesprochen, wenn (sexual-)hormonelle Einflüsse eine wesentliche Rolle bei der Entstehung oder Verschlimmerung der Akne spielen. Häufig bezieht sich der Begriff auf Akne, die besonders stark mit hormonellen Veränderungen oder Schwankungen in Verbindung steht.
Ein klassisches Beispiel hierfür ist die zyklusabhängige Akne bei Frauen. Viele Frauen bemerken eine Verschlimmerung ihrer Haut kurz vor oder während der Menstruation, häufig insbesondere im Kinn- oder Unterkieferbereich. Diese Veränderung wird durch den Abfall von Östrogen und den Anstieg von Progesteron im zweiten Teil des Zyklus verursacht, was zu einer verstärkten Talgproduktion führt. Diese hormonellen Schwankungen können die Bildung von Mitessern und entzündlichen Pickeln begünstigen.
Bei Männern kann hormonelle Akne ebenfalls auftreten, zum Beispiel durch die Therapie mit Testosteron oder durch den Missbrauch von Androgenen im Bodybuilding. Diese übermäßige Zufuhr von Androgenen stimuliert die Talgdrüsen, was zu einer vermehrten Sebumproduktion führt und das Risiko für Akne erhöht.
Ein weiterer relevanter Fall von hormoneller Akne tritt bei Frauen mit Polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) auf. PCOS ist eine häufige hormonelle Störung, bei der die Eierstöcke vermehrt Androgene (männliche Hormone) produzieren. Diese erhöhten Androgenspiegel führen zu einer Überproduktion von Talg, was Akne verursacht oder verstärkt. Neben Akne sind bei PCOS oft auch andere Symptome wie unregelmäßige Menstruationszyklen, Haarausfall und vermehrte Körperbehaarung zu beobachten. Die Behandlung von Akne bei PCOS erfolgt häufig durch antiandrogene Therapien, wie z.B. die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel oder von Spironolacton, um die Wirkung der Androgene auf die Haut zu reduzieren.
Trotz des hormonellen Hintergrunds lässt sich hormonelle Akne in vielen Fällen auch mit konventionellen Aknetherapien behandeln. Dazu gehören topische Retinoide, Benzoylperoxid und antibiotische Behandlungen, die helfen können, Entzündungen zu reduzieren und die Poren zu befreien. In schwereren Fällen können orale Medikamente, wie Isotretinoin, ebenfalls wirksam sein, unabhängig davon, ob die Akne hormonell bedingt ist. Eine Kombination aus hormonellen und konventionellen Behandlungen kann besonders effektiv sein, um Akne langfristig unter Kontrolle zu bringen.
Menstruationszyklus und Akne
Der Menstruationszyklus hat bei vielen Frauen einen spürbaren Einfluss auf das Auftreten von Akne. Besonders in der Lutealphase, also der Zeit nach dem Eisprung und vor der Menstruation, steigt die Produktion von Progesteron und Androgenen an. Diese Hormone regen die Talgdrüsen an, mehr Sebum (Talg) zu produzieren, was zu verstopften Poren und vermehrter Akne führen kann. Zudem verändert sich das Verhältnis von Progesteron und Östrogen, was ebenfalls die Haut beeinflussen kann.
Viele Frauen berichten von zyklusbedingter Akne, die typischerweise ein bis zwei Wochen vor der Menstruation auftritt und nach dem Einsetzen der Regelblutung wieder abklingt. Diese hormonell bedingte Akne betrifft meist das Kinn, den Unterkieferbereich und manchmal auch den Hals. In den meisten Fällen können topische Behandlungen oder hormonelle Kontrazeption helfen, das Hautbild während des Zyklus zu stabilisieren.
Hormonelle Verhütungsmittel und Akne
Hormonelle Verhütungsmittel und andere Medikamente spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Akne, insbesondere bei Frauen, deren Akne durch hormonelle Schwankungen verursacht oder verstärkt wird. Akne wird oft durch eine Überproduktion von Androgenen (männliche Hormone, die auch bei Frauen vorkommen) gefördert, da diese Hormone die Talgdrüsen anregen, mehr Sebum zu produzieren. Dies führt zu verstopften Poren und entzündlichen Hautveränderungen.
Hormonelle Verhütungsmittel und Akne
Hormonelle Verhütungsmittel, insbesondere kombinierte Antibabypillen, enthalten eine Mischung aus Östrogen und Gestagen. Diese Hormone wirken auf verschiedene Weise gegen Akne: Östrogene hemmen die Androgenproduktion in den Eierstöcken. Sie fördern zudem die Produktion von SHBG, das freie Androgene im Blut bindet und so deren Wirkung auf die Talgdrüsen reduziert. Bestimmte antiandrogene Gestagene blockieren die Androgenrezeptoren direkt, was zu einer weiteren Reduktion der Talgproduktion führt.
Nicht alle hormonellen Verhütungsmittel wirken jedoch gleich gut gegen Akne. Kombinierte Pillen, die sowohl Östrogen als auch antiandrogene Gestagene enthalten, sind in der Regel am wirksamsten. Beispiele sind Pillen mit Cyproteronacetat, Drospirenon oder Dienogest. Verhütungsmittel mit Gestagenen, die keine antiandrogenen Eigenschaften haben, wie Levonorgestrel oder Norethisteron, können Akne in einigen Fällen sogar verschlimmern.
Andere antiandrogene Medikamente
Neben hormonellen Verhütungsmitteln gibt es auch nicht-hormonelle Medikamente, die antiandrogen wirken und bei der Aknebehandlung eingesetzt werden können. Eines der häufigsten ist Spironolacton, das ursprünglich als Diuretikum (Entwässerungsmittel) zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz entwickelt wurde. Es hat jedoch auch antiandrogene Eigenschaften, da es die Wirkung von Androgenen auf die Haut blockiert, indem es an die Androgenrezeptoren bindet und deren Aktivität hemmt.
Spironolacton wird häufig bei Frauen mit hormonell bedingter Akne eingesetzt, insbesondere bei Erwachsenenakne oder bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS), da diese oft erhöhte Androgenspiegel aufweisen. Durch die Hemmung der Androgene verringert Spironolacton die Fettproduktion der Haut, was die Entstehung von Akne reduziert. Es wird oft über mehrere Monate hinweg angewendet, um eine langfristige Kontrolle der hormonell bedingten Akne zu erreichen.
Schwangerschaft und Akne
Während der Schwangerschaft kann sich Akne aufgrund der hormonellen Veränderungen entweder verschlimmern oder verbessern. Vor allem im ersten Trimester kommt es häufig zu einem Anstieg der Androgene, was die Talgproduktion anregt und zu einer Verstopfung der Poren führt. Dies kann eine Zunahme von Mitessern, Pickeln und entzündlichen Hautveränderungen verursachen. Besonders Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft zu hormonell bedingter Akne neigen, können von dieser Veränderung betroffen sein.
Auf der anderen Seite kann sich Akne im späteren Verlauf der Schwangerschaft bei einigen Frauen verbessern, da die Östrogenspiegel ansteigen und die Androgenaktivität abmildern. Jede Schwangerschaft ist jedoch unterschiedlich, und wie sich die Haut verändert, hängt stark von den individuellen hormonellen Schwankungen ab.
Bei der Behandlung von Akne während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten, da viele Akne-Medikamente, wie Isotretinoin und bestimmte topische Retinoide, nicht verwendet werden dürfen, da sie das ungeborene Kind schädigen können. Sicherere Optionen sind topische Antibiotika, Benzoylperoxid oder Azelainsäure, die in Absprache mit dem Arzt verwendet werden können. Auch eine sanfte Hautpflege mit milden Reinigungsmitteln und nicht-komedogenen Feuchtigkeitscremes kann dazu beitragen, das Hautbild zu verbessern.
Stress und Cortisol
Stress und Akne werden oft miteinander in Verbindung gebracht, doch der direkte Einfluss von Stress auf die Aknebildung ist schwer nachzuweisen und beruht eher auf indirekten Effekten. Stress selbst ist schwierig zu messen, und es gibt nur wenige eindeutige Belege dafür, dass Stress allein Akne verschlimmert. Wahrscheinlicher sind indirekte Effekte, die durch stressbedingte Verhaltensweisen ausgelöst werden. Dazu gehört zum Beispiel das unterbewusste Manipulieren der Haut, was Entzündungen verschlimmern kann, sowie veränderte Ernährungsgewohnheiten in stressigen Phasen, die Akne beeinflussen könnten. Umgekehrt kann jedoch auch Akne selbst Stress verursachen, insbesondere durch die psychische Belastung und den Einfluss auf das Selbstbewusstsein. Dieser Stress kann dann wiederum die Hautprobleme indirekt verschlimmern, wie oben beschrieben – z.B. durch Manipulation der Haut oder veränderte Lebensgewohnheiten.
Der Einfluss von Cortisol, dem Hauptstresshormon, wird im Zusammenhang mit Akne oft überschätzt, insbesondere unter normalen Umständen. Zwar regt Cortisol in stark erhöhten Mengen die Talgproduktion an, doch dieser Effekt ist im Alltagsstress wahrscheinlich weniger stark ausgeprägt. Es gibt jedoch Fälle, in denen pathologisch erhöhte Cortisolspiegel eindeutig Akne auslösen. Dies tritt zum Beispiel beim Cushing-Syndrom, einer Stoffwechselerkrankung, oder bei der langfristigen Einnahme hoher Dosen von Corticosteroiden auf, die oft zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen verwendet werden. In solchen Fällen entsteht eine Form der Akne, die sich klinisch von der klassischen Akne unterscheidet. Charakteristisch sind hier häufiger monomorphe Pusteln, die gleichmäßig auftreten und sich vom wechselhaften Erscheinungsbild der gewöhnlichen Akne unterscheiden.
Einfluss der Ernährung
Die Ernährung kann bei Akne eine Rolle spielen, insbesondere eine zucker- und milchproduktreiche Ernährung, die den Insulinspiegel und den IGF-1-Spiegel erhöht, was zu einer verstärkten Talgproduktion und Entzündungen in der Haut führen kann.
Ernährung und Akne: Allgemein
Die Beziehung zwischen Ernährung und Akne wird in der Forschung unterschiedlich bewertet, doch es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die Ernährung eine Rolle spielt. Meiner Meinung nach besteht ein klarer Zusammenhang, der jedoch oft indirekt und nicht sofort erkennbar ist. Es geht weniger um “Unverträglichkeiten”, sondern um allgemeine Ernährungsweisen und Verhaltensmuster, die den Hautzustand beeinflussen können.
Eine westliche Ernährung, die reich an Zucker und Milchprodukten ist, wird häufig mit einer höheren Aknehäufigkeit in Verbindung gebracht. Studien legen nahe, dass Bevölkerungen mit traditionelleren Ernährungsformen, die weniger Zucker und verarbeitete Lebensmittel konsumieren, seltener an Akne leiden. Diese Erkenntnisse müssen jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da viele Faktoren wie Genetik und Lebensstil ebenfalls eine Rolle spielen.
Zuckerreiche und verarbeitete Lebensmittel, wie sie in westlichen Diäten häufig vorkommen, fördern Akne durch den Insulin- und IGF-1-Signalweg, der die Talgproduktion anregt. Dieser Mechanismus erklärt, warum eine stark zuckerhaltige Ernährung Akne verschlimmern kann. Ähnlich verhält es sich mit Milchprodukten. Der Konsum von Milch, insbesondere fettarmen Milchprodukten und Molkeproteinen (Whey), kann das IGF-1-System stimulieren und so die Talgproduktion und Entzündungsprozesse in der Haut begünstigen.
Insgesamt scheint die Ernährung einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung und den Verlauf von Akne zu haben. Es sind jedoch weniger einzelne Unverträglichkeiten, die Akne fördern, sondern vielmehr allgemeine Ernährungsgewohnheiten, die langfristig die Hautgesundheit beeinflussen.
Milchprodukte und Molkeproteine (Whey)
Milchprodukte und Akne stehen in einem komplexen Zusammenhang, der zunehmend untersucht wird. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass Milchprodukte, insbesondere Kuhmilch, eine Rolle bei der Entstehung von Akne spielen könnten. Die Annahme beruht darauf, dass Kuhmilch bestimmte Wachstumsfaktoren und Hormone enthält, die die Talgproduktion stimulieren können. Vor allem die IGF-1 (Insulin-like Growth Factor-1)-Konzentration wird durch Milchprodukte erhöht. Diese Zunahme an IGF-1 fördert die Sebumproduktion und kann somit die Entstehung von Akne begünstigen.
Molkeproteine (Whey-Proteine) sind isolierte Bestandteile der Milchproteine, die häufig in Nahrungsergänzungsmitteln zum Muskelaufbau verwendet werden. Sie stimulieren das IGF-1-System stark, was zwar das Muskelwachstum fördert, aber auch die Akne verschlimmern kann, da IGF-1 die Talgproduktion und die Verhornung der Haarfollikel anregt. Andere Proteinisolate, zum Beispiel aus pflanzlichen Quellen, scheinen weniger Einfluss auf die Aknebildung zu haben. Allerdings ist die Evidenz für diesen Unterschied noch sehr begrenzt und bedarf weiterer Forschung.
Zuckerreiche Ernährung
Eine zuckerreiche Ernährung, die häufig in Form von Lebensmitteln mit hohem glykämischen Index (z. B. Weißbrot, Süßigkeiten, Limonaden und stark verarbeitete Kohlenhydrate) auftritt, kann Akne verschlimmern und die Entstehung von Hautunreinheiten fördern. Der Zusammenhang basiert auf der Reaktion des Körpers auf diese Art von Lebensmitteln. Zucker und schnell verdauliche Kohlenhydrate verursachen einen raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels, was wiederum zu einer vermehrten Ausschüttung von Insulin führt. Insulin ist ein Hormon, das den Zucker im Blut in die Zellen transportiert, aber es stimuliert auch die Talgdrüsen und kann über den Insulin-like Growth Factor (IGF-1) Signalwege beeinflussen, die die Talgproduktion anregen.
Neben der Stimulierung der Talgproduktion trägt eine zuckerreiche Ernährung auch zur Entstehung von Entzündungen in der Haut bei. Der erhöhte Insulin- und IGF-1-Spiegel wirkt sich direkt auf die Follikel aus, indem er die Verhornung der Hautzellen in den Poren fördert, was zur Bildung von Mitessern und entzündlichen Pickeln führt.
Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass eine zuckerreiche Ernährung den oxidativen Stress in der Haut erhöhen kann, was die Entzündungsprozesse weiter verstärkt. Diese Art von Ernährung beeinflusst auch die Hormone im Körper, was insbesondere bei Personen mit hormoneller Akne, wie z. B. bei Frauen während des Menstruationszyklus, eine Verschlimmerung der Symptome bewirken kann.
In einigen Studien wurde beobachtet, dass eine Reduktion von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln zu einer Verbesserung des Hautbilds führen kann. Diäten mit einem niedrigen glykämischen Index, wie solche, die reich an Gemüse, Vollkornprodukten und eiweißhaltigen Lebensmitteln sind, scheinen weniger Akneauslöser zu sein und können die Entzündungsreaktionen der Haut reduzieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine zuckerreiche Ernährung die Akne durch erhöhte Insulinspiegel, Talgproduktion und entzündliche Prozesse verschlechtern kann. Es ist daher sinnvoll, auf eine ausgewogene, zuckerarme Ernährung zu achten, um das Hautbild zu verbessern und die Entstehung von Akne zu reduzieren.
Protektive Nahrungsmittel
Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Nahrungsmittel und Nährstoffe eine schützende Wirkung auf das Hautbild und die Entstehung von Akne haben können. Dazu zählen insbesondere Omega-3-Fettsäuren, die zum Beispiel in fettreichem Fisch wie Lachs vorkommen. Omega-3-Fettsäuren könnten entzündungshemmend wirken und theoretisch dabei helfen, die Hautentzündungen, die bei Akne auftreten, zu verringern. Allerdings ist die klinische Evidenz für den gezielten Einsatz von Omega-3-Fettsäuren zur Behandlung von Akne begrenzt. Studien, die sich mit der Supplementation von Omega-3-Fettsäuren beschäftigen, verwenden oft unterschiedliche Mengen und Zusammensetzungen von DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure), was den Vergleich erschwert.
Es wird oft postuliert, dass z.B. Zink, Vitamin C und Vitamin E potenziell positive Effekte auf das Hautbild haben könnten, da sie entzündungshemmend wirken oder den oxidativen Stress reduzieren könnten. Allerdings gibt es kaum belastbare Evidenz, die diese Nährstoffe als eigenständige Behandlung bei Akne unterstützt. Denkbar sind gewisse Wirkungen, jedoch fehlen klare, konsistente Studien. Zink in topischer Form, also als Creme, kann allerdings bei einzelnen entzündlichen Akne-Läsionen lindernd wirken und diese “austrocknen”.
Wichtig ist zu betonen, dass schwerere Akneformen nicht allein durch die Supplementation dieser Nährstoffe behandelt werden können. Die Ernährung kann ein unterstützender Faktor sein, doch eine gezielte medizinische Behandlung ist bei schweren Akneformen oft notwendig. Die aktuelle Forschung zeigt zwar einige potenzielle Vorteile bestimmter Nahrungsmittel, aber die klinische Evidenz ist nach wie vor begrenzt.
Weitere Einflussfaktoren
Neben hormonellen und genetischen Faktoren können auch Kosmetika, Manipulation der Haut, bestimmte Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel die Entstehung und den Verlauf von Akne beeinflussen.
Kosmetika und Pflegeprodukte
Kosmetika und Pflegeprodukte können Akne fördern, insbesondere wenn sie komedogene Inhaltsstoffe enthalten, die die Poren verstopfen. Auch wenn ein Produkt als nicht-komedogen gekennzeichnet ist, bedeutet das nicht, dass es bei jeder Haut gar keine Verstopfungen verursachen kann. Umgekehrt können Produkte ohne diese Kennzeichnung die Haut gut vertragen werden.
Auch eine Übertherapie mit zu vielen Wirkstoffen kann die Akne verschlechtern. Das übermäßige Kombinieren von aktiven Inhaltsstoffen wie Peelings mit Salicylsäure und Retinoiden kann zu Irritationen führen, wodurch die Entzündungsbereitschaft der Haut steigt. Zu aggressive Behandlungen belasten die Haut, anstatt sie zu verbessern. Oft gilt: Weniger ist mehr – eine einfache, minimalistische Pflege kann in vielen Fällen das Hautbild verbessern, indem sie unnötige Reizungen vermeidet.
Reibung, Druck, Manipulation
Reibung, Druck und Manipulation der Haut können Akne verschlimmern oder auslösen, ein Phänomen, das als Acne mechanica bezeichnet wird. Diese Form der Akne tritt häufig an Stellen auf, die durch eng anliegende Kleidung, Schutzhelme, Masken oder Rucksäcke regelmäßig belastet werden. Die mechanische Beanspruchung kann zu einer übermäßigen Verhornung führen, wodurch die Talgdrüsen und Follikel verstopfen, was Entzündungen begünstigt.
Auch das wiederholte Manipulieren der Haut, wie das Ausdrücken von Pickeln, verstärkt die Entzündungsreaktion und verzögert den Heilungsprozess. Durch das Quetschen kann der Haarfollikel rupturieren, wodurch der Follikelinhalt, einschließlich Bakterien, in die Dermis gelangt. Dies führt zu einer stärkeren Entzündungsreaktion, die tiefere und schmerzhaftere Akneläsionen verursachen kann.
Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
Einige Medikamente können Akne als Nebenwirkung auslösen oder verschlimmern. Dazu gehören vor allem Kortikosteroide, Anabolika sowie bestimmte Antidepressiva und Antiepileptika. Diese Medikamente beeinflussen den Hormonhaushalt oder führen zu einer übermäßigen Talgproduktion, was die Entstehung von Akne begünstigen kann. Auch hochdosiertes Vitamin B12 steht in Verdacht, Akne zu verschlimmern. Wichtig ist, dass die medikamenteninduzierte Akne nach Absetzen des auslösenden Medikaments in der Regel wieder abklingt.
Umweltfaktoren
Umweltfaktoren könnten eine Rolle bei der Entstehung und Verschlimmerung von Akne spielen, auch wenn die wissenschaftliche Evidenz dazu noch begrenzt ist. Luftverschmutzung, insbesondere durch Feinstaub und Schadstoffe, könnte proentzündlich wirken und damit möglicherweise das Risiko für Verhornungsstörungen und verstopfte Poren erhöhen.
UV-Strahlung kann das Hautbild langfristig verschlechtern, indem sie zur sogenannten solaren Elastose führt, einer Degeneration des elastischen Gewebes in der Haut, die durch chronische Sonneneinstrahlung verursacht wird. Diese Hautalterung äußert sich oft in der Erweiterung der Poren und der Bildung von großen Komedonen, was insbesondere bei älteren Menschen zu beobachten ist. Während UV-Strahlung kurzfristig entzündungshemmend wirken kann, schwächt sie auf lange Sicht die Hautbarriere und fördert die Entstehung von Akne.
Genetische Veranlagung
Genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Akne. Studien zeigen, dass Akne in Familien häufig gehäuft auftritt. Bestimmte genetische Variationen beeinflussen die Talgproduktion und die Verhornung der Haut, was das Risiko für Akne erhöhen kann.
Therapiemöglichkeiten
Die Aknetherapie umfasst Cremes, systemische Medikamente wie Antibiotika, orale Kontrazeptiva oder Retinoide sowie dermatologische Verfahren wie Peelings oder Laserbehandlungen.
Retinoide stellen hier in den meisten Fällen die Basis einer Aknetherapie dar. Die Therapie ist jedoch immer individuell und muss mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Topische Retinoide
Topische Retinoide gelten als Basis jeder Aknetherapie und sollten in den meisten Fällen Bestandteil der Behandlung sein. Sie wirken, indem sie die Verhornung der Haut normalisieren und die Poren frei halten, was die Entstehung von Mitessern und entzündlichen Akne-Läsionen verhindert. Darüber hinaus fördern Retinoide die Hauterneuerung und können das Hautbild langfristig verbessern. Für detaillierte Informationen und eine umfassende Erklärung der Wirkweise, Anwendung und möglichen Nebenwirkungen verweise ich auf meinen ausführlichen Artikel zu topischen Retinoiden.
Die effektivste topisch verfügbare Therapie bei Akne ist die fixe Kombination aus Adapalen und Benzoylperoxid, die beispielsweise in Deutschland als Epiduo® in zwei Varianten (0,1 % oder 0,3 % Adapalen) erhältlich ist. Diese Kombination wirkt sowohl gegen die Verhornungsstörung als auch gegen entzündliche Prozesse, wodurch sie besonders wirksam bei der Behandlung von Akne ist.
Benzoylperoxid
Benzoylperoxid (BPO) ist ein bewährtes und wirksames Mittel in der Aknetherapie. Es wirkt entzündungshemmend und antibakteriell, indem es Sauerstoffradikale in die Poren abgibt, was Bakterien, wie Cutibacterium acnes, abtötet. Ein besonderer Vorteil von BPO ist seine lipophile Eigenschaft, die es ihm ermöglicht, in die fettreichen Talgfollikel einzudringen und dort seine Wirkung zu entfalten.
Ein Nachteil von Benzoylperoxid ist jedoch seine bleichende Wirkung, die bei Kontakt mit Kleidung, Bettwäsche auftreten kann. Trotz dieser Einschränkung ist BPO aufgrund seiner Effektivität ein fester Bestandteil vieler Aknebehandlungen. Neben seiner Anwendung bei Akne ist BPO auch sehr wirksam bei der Behandlung von Follikulitiden auf der Kopfhaut, wo es ebenfalls tief in die Haarfollikel eindringt und die Entzündung bekämpft.
Azelainsäure
Azelainsäure, in Deutschland als Arzneimittel unter dem Markennamen Skinoren® erhältlich, ist eine gut verträgliche Option in der Aknetherapie. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass Azelainsäure kaum irritierend wirkt und daher auch für empfindlichere Hauttypen geeignet ist. Zusätzlich ist sie wirksam bei der Behandlung von Pigmentstörungen, was sie besonders bei Patienten mit postinflammatorischer Hyperpigmentierung nach Akne interessant macht.
Durch ihre leicht peelenden Eigenschaften trägt Azelainsäure zur Verfeinerung des Hautbildes bei und verbessert das Hautbild oft sichtbar. Sie reduziert die Verhornung der Poren und hilft somit, Mitesser zu verhindern.
Topische Antibiotika
Topische Antibiotika spielen in der Aknetherapie eine Rolle, sind jedoch als Monopräparate aufgrund der hohen Gefahr der Resistenzbildung veraltet. Heutzutage werden Fixkombinationen bevorzugt, die Antibiotika mit anderen Wirkstoffen kombinieren. Ein Beispiel dafür ist die Kombination aus Clindamycin und Benzoylperoxid (z. B. Duac Akne Gel®). Diese Kombination ist besonders wirksam, da sie sowohl entzündungshemmend als auch antibakteriell wirkt und gleichzeitig das Risiko einer Resistenzbildung verringert.
Fixkombinationen wie diese sind eine gute Alternative, insbesondere wenn Retinoide nicht gut vertragen werden oder während der Schwangerschaft und Stillzeit. Sie bieten eine Behandlungsmöglichkeit, um Entzündungen zu reduzieren und Bakterien in den betroffenen Hautbereichen zu bekämpfen.
Systemische Antibiotika
Systemische Antibiotika, insbesondere Doxycyclin, sind in der Aknetherapie in niedrigerer Dosierung wirksam als bei klassischen Infektionen. Dabei entfalten sie ihre Wirkung hauptsächlich durch entzündungshemmende Eigenschaften. Ein bekanntes Beispiel ist das off-label verwendete Oraycea®, das eigentlich für Rosacea zugelassen ist, jedoch auch in subantibiotischer Dosierung bei Akne eingesetzt wird.
Der Fokus liegt hier nicht auf der Bekämpfung von Bakterien, sondern auf der Reduktion von Entzündungen, wie sie auch bei anderen Hauterkrankungen genutzt wird, die nicht durch bakterielle Infektionen verursacht sind. Dadurch besteht kein erhöhtes Risiko für Resistenzen, was vielen Patienten Sorgen bereitet. Die Therapie erfordert oft eine längere Einnahmedauer über mehrere Wochen, um die Entzündungsprozesse in der Haut effektiv zu kontrollieren.
Isotretinoin
Isotretinoin, ein systemisch verabreichtes Retinoid, ist die mit Abstand effektivste Therapie gegen Akne und kann in den meisten Fällen, selbst bei sehr schweren Verläufen, beinahe eine vollständige Heilung bewirken. Der Hauptmechanismus von Isotretinoin beruht auf der Verkleinerung der Talgdrüsen, die durch keine andere Therapie in diesem Ausmaß erreicht wird. Dies führt zu einer signifikanten Reduktion der Talgproduktion, wodurch die Entstehung von Komedonen und Entzündungen stark vermindert wird.
Moderne Therapieregimes verwenden mittlerweile oft deutlich geringere Dosierungen als früher, was die Nebenwirkungen reduziert, ohne die Wirksamkeit wesentlich zu beeinträchtigen. Zu den typischen Nebenwirkungen zählen trockene Haut und Schleimhäute, vor allem an den Lippen, sowie erhöhte Lichtempfindlichkeit. Der wichtigste Punkt bei Isotretinoin ist, dass es nicht bei Schwangeren angewendet werden darf, da es schwere Fehlbildungen beim Fötus verursachen kann. Daher ist eine sichere Verhütung während und bis zu einem Monat nach der Therapie zwingend erforderlich.
Hormonelle Therapien
Hormonelle Therapien spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Akne, insbesondere bei Frauen. Weiterführende Informationen dazu findest du in meinem ausführlichen Text weiter oben.
Ein spannender neuer Ansatz ist der topische Androgenrezeptor-Inhibitor Clascoteron 1%, der voraussichtlich bald in Deutschland zugelassen wird. In den USA zeigt Clascoteron bereits vielversprechende Ergebnisse und wurde von der FDA als Aknetherapie zugelassen.
Dermatologische Verfahren
Dermatologische Verfahren wie Peelings und Lasertherapien können zwar entzündliche Akneläsionen reduzieren, jedoch sehe ich ihre Hauptanwendung eher in der Behandlung von Restzuständen der Akne, wie Hyperpigmentierungen, Rötungen und Narben. Diese Verfahren bieten effektive Lösungen, um das Hautbild nach der Abheilung von Akne langfristig zu verbessern und zu glätten.
Weitere Therapiemöglichkeiten und Wirkstoffe
Neben der medikamentösen Therapie spielt die unterstützende Hautpflege eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Aknebehandlung. Dazu gehören eine sanfte Hautreinigung und die Verwendung von nicht-komedogener Feuchtigkeitspflege, um Irritationen durch die eingesetzten Therapien zu vermeiden. Zusätzlich enthalten viele Kosmetikprodukte aus Drogeriemärkten und Apotheken weitere Wirkstoffe, die zur Aknetherapie beworben werden. Einige dieser Inhaltsstoffe und ihre Wirksamkeit findest du auf meiner Seite unter dem Kapitel Weitere Wirkstoffe.
Aknenarben
Aknenarben entstehen häufig nach schweren oder unbehandelten Entzündungen und können das Hautbild dauerhaft verändern.
Arten von Aknenarben
Aknenarben können sich auf unterschiedliche Weise manifestieren und werden im Wesentlichen in zwei Hauptkategorien unterteilt: atrophe und hypertrophe Narben. Die Art der Narbe hängt von der Schwere der Entzündung, der Hautstruktur und dem individuellen Heilungsprozess ab.
Atrophe Narben
Atrophe Narben sind die häufigste Form von Aknenarben und entstehen, wenn die Haut während des Heilungsprozesses nicht ausreichend neues Gewebe bildet. Dies führt zu Vertiefungen oder “Dellen” in der Haut. Es gibt drei Haupttypen:
• Ice-Pick-Narben: Diese Narben sind tief und schmal und hinterlassen spitze, kleine Löcher in der Haut.
• Boxcar-Narben: Diese Narben sind breiter als Ice-Pick-Narben und haben scharfe Ränder, wodurch sie eine kastenartige Vertiefung in der Haut bilden.
• Rolling-Narben: Diese Narben haben sanftere Kanten und verleihen der Haut ein wellenförmiges Aussehen. Sie entstehen, wenn sich das Bindegewebe unter der Haut verändert.
Hypertrophe Narben und Keloide
Hypertrophe Narben treten auf, wenn die Haut während des Heilungsprozesses zu viel neues Gewebe bildet. Im Gegensatz zu atrophen Narben ragen sie über die Hautoberfläche hinaus.
• Hypertrophe Narben: Diese Narben bleiben innerhalb der ursprünglichen Grenzen der Akneverletzung und sind erhaben, aber relativ flach.
• Keloide: Diese Narben wachsen über die ursprüngliche Verletzungsstelle hinaus und können deutlich dicker und erhabener sein. Sie treten häufiger bei Menschen mit dunklerer Haut auf.
Die unterschiedlichen Arten von Aknenarben erfordern spezifische Behandlungsansätze, um das Hautbild langfristig zu verbessern.
Ursachen
Aknenarben entstehen durch die entzündlichen Prozesse, die bei mittelschweren bis schweren Akneausbrüchen auftreten. Sie sind das Ergebnis von Gewebeschäden, die in der Haut entstehen. Hier sind die Hauptursachen für Aknenarben:
Schwere Entzündungen und Akneformen
Wenn eine Pore verstopft ist und sich entzündet, weitet sich die Follikelwand und es kann zu einem Bruch kommen. Ist die Entzündung tief in der Haut, wie es bei schwereren Akneformen wie zystischer Akne oder großen Pusteln der Fall ist, wird das umliegende Gewebe stärker beschädigt. Der Körper versucht, diese Schäden zu reparieren, indem er neues Kollagen bildet. Wenn zu wenig oder zu viel Kollagen produziert wird, entstehen Narben. Schwere Akneformen führen somit eher zu Narbenbildung, da das Risiko tieferer Gewebeschäden bei intensiven Entzündungen deutlich erhöht ist.
Manipulation der Haut
Das Ausdrücken oder Quetschen von Pickeln kann die Entzündung verschlimmern und den Heilungsprozess stören. Dabei kann der Follikel rupturieren, und Follikelinhalt gelangt in die tieferliegende Hautschicht, was zu einer tieferen Entzündung, Schäden und damit zu Narben führt.
Verzögerte oder unzureichende Behandlung
Wird Akne nicht frühzeitig und wirksam behandelt, besteht ein höheres Risiko für die Entstehung von Narben. Lang anhaltende oder immer wiederkehrende Entzündungen schädigen das Gewebe über die Zeit stärker.
Individuelle Heilungsprozesse
Wie stark die Haut zu Narben neigt, hängt auch von der individuellen Veranlagung und dem Heilungsprozess ab. Einige Menschen neigen zu übermäßiger Kollagenbildung (Keloide oder hypertrophe Narben), während andere anfälliger für atrophe Narben sind.
Die Entstehung von Aknenarben ist ein Zusammenspiel aus der Schwere der Akne, äußeren Einflüssen und den individuellen Heilungsprozessen.
Prävention
Das Wichtigste bei Aknenarben ist, ihre Entstehung von Anfang an zu verhindern. Keine Therapie zur Behandlung bestehender Narben wird ein so gutes Ergebnis erzielen, wie es eine rechtzeitige Vermeidung von Narben durch frühzeitige Therapie könnte. Der entscheidende Schritt ist eine frühzeitige und konsequente Behandlung der Akne. In vielen Fällen sollte rechtzeitig auch eine systemische Therapie in Betracht gezogen werden, um tiefe Entzündungen und damit Narbenbildung zu verhindern.
Akne wird oft nicht früh und intensiv genug behandelt, obwohl ein konsequenter Ansatz von Beginn an entscheidend wäre. Aknenarben sind leider fast immer ein Zeichen dafür, dass eine effektive Therapie zu spät begonnen wurde. Es ist entscheidend, nicht abzuwarten, sondern Akne frühzeitig und intensiv zu behandeln, um spätere Narbenbildung zu vermeiden.
Zusätzlich sollte auf Manipulation der Haut wie Drücken oder Quetschen von Pickeln verzichtet werden, da dies die Entzündung verschlimmern und die Narbenbildung fördern kann. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Sonnenschutz: UV-Strahlung kann insbesondere bei dunkleren Hauttypen zu Hyperpigmentierungen führen.
Therapiemöglichkeiten
Retinoide: Topische Retinoide wie Tretinoin oder Adapalen können die Hauterneuerung fördern und die Kollagenproduktion anregen. Sie sind besonders hilfreich bei flacheren Narben und Hyperpigmentierungen. Allerdings erfordert diese Therapie viel Geduld, da sichtbare Verbesserungen oft erst nach mehreren Monaten auftreten.
Therapeutische Verfahren:
• Chemische Peelings: Durch das gezielte Entfernen der obersten Hautschichten mit Säuren wird die Hauterneuerung angeregt. Diese Methode kann flache Aknenarben reduzieren und das Hautbild glätten.
• Microneedling: Bei dieser Methode wird die Haut mit feinen Nadeln perforiert, um die Kollagenproduktion anzuregen. Es kann für verschiedene Narbentypen eingesetzt werden und verbessert sowohl das Hautbild als auch die Hautstruktur.
• Lasertherapie: Fraktionierte Laser und andere Laserbehandlungen glätten die Hautoberfläche und fördern die Kollagenbildung. Laser sind besonders bei tiefen und stark sichtbaren Narben sehr wirksam.
Alltagstipps
Hier sind einige Alltagstipps, die dir helfen können, Akne zu reduzieren und das Hautbild langfristig zu verbessern.
Hautpflege
Sanfte Reinigung: Verwende milde, pH-neutrale Reinigungsprodukte, um deine Haut gründlich zu reinigen, ohne sie auszutrocknen oder zu reizen. Aggressive Reinigungsprodukte und zu häufiges Waschen können die Hautbarriere schädigen und die Akne verschlimmern. Ein- bis zweimal tägliches Waschen ist ausreichend.
Nicht-komedogene Produkte verwenden: Achte bei deiner Hautpflege und Kosmetik auf Produkte, die als „nicht-komedogen“ gekennzeichnet sind, um verstopfte Poren zu vermeiden. Diese Kennzeichnungen sind jedoch nicht immer verlässlich. Weniger ist oft mehr – zu viele Produkte können die Haut überlasten und verschlechtern.
Regelmäßiger Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern: Bettwäsche, insbesondere Kissenbezüge, und Handtücher sollten regelmäßig gewechselt werden, um die Ansammlung von Ölen, Kosmetika und Schmutz zu verhindern. Frische Wäsche kann helfen, Hautirritationen und Unreinheiten vorzubeugen.
Die Haut nicht übertherapieren: Zu viele Wirkstoffe gleichzeitig, besonders Peelings und stark exfolierende Produkte wie Salicylsäure oder Glykolsäure in Kombination mit Retinoiden, können die Haut reizen und die Entzündungsbereitschaft erhöhen. Setze eher auf eine reduzierte, konsistente Pflege, die auf deine individuellen Hautbedürfnisse abgestimmt ist.
Sonnenschutz verwenden: Auch bei Akne ist Sonnenschutz wichtig. Leichte, nicht-komedogene Sonnenschutzmittel schützen die Haut vor UV-Strahlen, ohne die Poren zu verstopfen. UV-Strahlen können Aknenarben dunkler machen und die Hautalterung beschleunigen, daher ist ein täglicher Schutz unerlässlich.
Ernährung
Eine Ernährung mit hohem Zuckeranteil sowie ein übermäßiger Konsum von Milchprodukten können die Haut negativ beeinflussen. Insbesondere Milch und Molkeproteinkonzentrate (Whey) scheinen stärker mit Akne in Verbindung zu stehen als weiterverarbeitete Produkte wie Quark, Joghurt oder Käse. Wenn du vermutest, dass deine Ernährung einen Einfluss auf deine Haut hat, kann es hilfreich sein, bestimmte Lebensmittel über einen längeren Zeitraum zu reduzieren oder auszuschließen. Diese Prozesse benötigen jedoch mehrere Wochen, um spürbare Effekte zu zeigen. Es ist wichtig, nicht zu viele Dinge gleichzeitig zu ändern, damit du genau feststellen kannst, welche Anpassungen wirklich einen Unterschied machen.
Ein Tipp: Unterschätze den Zuckergehalt einiger Obstsorten nicht. Viele Menschen berücksichtigen das im Vergleich zu offensichtlich zuckerhaltigen Lebensmitteln oft nicht ausreichend. Das soll Obst natürlich nicht verteufeln, aber es ist wichtig, den Fruchtzuckergehalt im Auge zu behalten und gegebenenfalls in Maßen zu genießen. Eine persönliche Beobachtung: Mit einem kontinuierlichen Glukosesensor kann man gut sehen, dass manchmal auch kleine Mengen Obst den Blutzuckerspiegel deutlich beeinflussen können.
Manipulation vermeiden
Pickel nicht ausdrücken: Auch wenn es verlockend sein mag, solltest du auf das Ausdrücken von Pickeln verzichten. Dies kann den Entzündungsprozess verstärken, den Follikel rupturieren lassen und zu tieferen und schmerzhafteren Läsionen führen. Darüber hinaus erhöht sich das Risiko von Narbenbildung und dunklen Flecken (Hyperpigmentierung).
Hände weg vom Gesicht: Vermeide es, dein Gesicht häufig zu berühren, da sich Schmutz, Öl und Bakterien von den Händen auf die Haut übertragen können. Dies kann die Poren verstopfen und Entzündungen begünstigen.
Dermatologische Therapie
Frühzeitig dermatologische Therapie in Anspruch nehmen: Akne kann durch professionelle dermatologische Behandlungen erheblich verbessert werden. Es ist ratsam, nicht zu lange zu warten, bevor du eine Therapie beginnst, da sich so Zeit, Geld und Frustrationen sparen lassen. Auch wenn du bereits eine negative Erfahrung mit einer Therapie oder einem Arzt gemacht hast, solltest du dich nicht entmutigen lassen. Es gibt für beinahe jeden Fall eine sehr wirksame Behandlung, die individuell auf dich abgestimmt werden kann.
Quellen
- Plewig, Melnik, Chen: Plewig and Kligman‘s Acne and Rosacea, 4th Edition, Springer, 2019
- Bolognia, Schaffer, Cerroni: Dermatology. Fourth Edition. Elsevier, 2018
- Claudel, J P et al. “Acne and nutrition: hypotheses, myths and facts.” Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology : JEADV vol. 32,10 (2018): 1631-1637.
- Meixiong, James et al. “Diet and acne: A systematic review.” JAAD international vol. 7 95-112. 29 Mar. 2022
- Brescoll, Jennifer, and Steven Daveluy. “A review of vitamin B12 in dermatology.” American journal of clinical dermatology vol. 16,1 (2015): 27-33.